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Wie tapeziere ich auf einfache Art und Weise?Sollte man nicht zufällig Handwerker sein, gehört das Tapezieren zu den Dingen im Leben, die man wohl eher selten ausübt. Der „Tapetenwechsel“ findet heute auch eher sprichwörtlich durch einen Umzug statt, als dass man bei sich zuhause die Wände mit einer neuen Tapete versieht. Wenn man aber in eine neue Wohnung einzieht, die nicht bereits renoviert wurde oder wenn man tatsächlich in der eigenen Bude eine Veränderung vornehmen möchte, kommt man um eine Entscheidung nicht herum: Streichen oder Tapezieren? Im Gegensatz zum Streichen ist das Tapezieren ein wenig umständlicher, kann aber auch den Wohnkomfort deutlich steigern. Bevor man also zu Pinsel und Farbe greift, um auf die zehnte Schicht Farbe eine elfte drauf zu setzen, lohnt es sich, wenn man sich einmal kurz Gedanken über eine ganz neue Tapete macht. Raufasertapeten verlieren übrigens nach ein paar Farbschichten fast gänzlich ihre Funktion. Und wenn man ein paar Dinge bei der Arbeit berücksichtigt, ist das Tapezieren auch nur halb so schlimm.
Schritt 1: Vorbereitung
a) Material und Werkzeuge
Zunächst einmal braucht man selbstverständlich Tapeten. Die bekommt man in jedem Baumarkt in vielen Varianten. In den meisten Fällen wird eine weiße Raufasertapete verwendet. Tapeten sind genormt mit einer Länge von 10,05 Metern bei einer Breite von 0,53 Metern. (Über diese Norm kann man auch bequem die benötigte Menge Tapete ausrechnen. Einfach die Breite und die Höhe der Wände abmessen und dann zusammen addieren. An die Höhe sollte noch ein Rand von ca. 10 cm dazu gerechnet werden. Dies ist ein kleiner Verschnitt, macht aber die Kanten der Tapete oben und unten viel gerader.) Dann braucht man Kleister, einen möglichst breiten Pinsel, um den Kleister auf die Tapete aufzutragen, eine Tapezierbürste, um die Tapete glatt zu streichen, einen Eimer und ein Teppichmesser, das wohl in jedem Werkzeugkasten zu finden ist. Außerdem einen Bleistift, ein Metermaß und eine Wasserwaage. Dann braucht man einen Tapeziertisch, der ganz einfach aus zwei Holzböcken und einem langen und breiten Brett selber hergestellt werden kann. Je nach Boden, der in den Zimmern verlegt ist, sollte man ausreichend Planen zum Unterlegen haben. Zuletzt ist eine Bohrmaschine mit einem Misch- oder Rühraufsatz von Vorteil. Das erspart einem viel Anstrengung beim Anrühren des Kleisters. Bohrmaschinen können oft auch in Baumärkten geliehen werden.
b) Tapete entfernen (Bei Bedarf)
Nun zu den Zimmern. Da gibt es nun zwei Möglichkeiten. Die Wände können tapeziert oder roh sein. Ideal ist der Rohzustand. Häufiger der bereits tapezierte Zustand. Im letzten Fall muss die Tapete natürlich zuerst einmal von der Wand abgenommen werden. Dafür gibt es mehrere Methoden. Normalerweise genügen verschiedene Spachtel, Wasser, Tapetenlösemittel und ausreichend Motivation. Zunächst sollte man versuchen, die Tapete zu befeuchten. Das funktioniert mit der Tapezierbürste ganz gut. Einfach lauwarmes Wasser und Tapetenlösemittel auftragen, einweichen lassen und dann mit den Spachteln abtragen. Diese Arbeit kann einem durchaus Geduld und Schweiß abverlangen. Aber irgendwann werden die Tapeten schon herunterkommen.
c) Boden schützen (Bei Bedarf)
So. Wenn die Wand also Tapetenfrei ist, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Wand trocken und glatt ist. Und natürlich sauber. Staub sollte vorher entfernt werden. Es muss natürlich nicht steril geputzt werden. Außerdem ist es wichtig, dass die Wand von Steckdosen und Schaltern befreit wird. Idealer Weise sollten auch die Teppichleisten entfernt werden. Wenn die Wand dann „nackt“ vor einem steht und die Planen zum Schutz des Bodens ausgelegt sind, kann es losgehen.
 | Schritt 2: Kleister anrühren
Je nach Angaben auf der Packung wird die entsprechende Menge Kleister mit einer entsprechenden Menge Wasser zusammen in den Eimer gegeben.
Der Kleister löst sich dann am Besten auf, wenn er unter ständigem Rühren mit dem Mischaufsatz der Bohrmaschine hinzu gegeben wird. So verhindert man Klumpen. Dann sollte der Kleister ein wenig ziehen - wie ein Teig - und später immer mal wieder umgerührt werden. |
Schritt 3: Tapetenstreifen vorbereiten
Die Tapete wird auf dem Tapeziertisch ausgelegt und entsprechend der abgemessenen Höhe der Wand zugeschnitten (darauf achten, den Streifen zehn Zentimeter länger zu machen, für den Verschnitt). Es ist gut vor dem Bekleben die Streifen einmal an die Wand zu halten, um die Länge zu testen. Alles klar? Dann kommt der Steifen auf den Tisch zurück und wird mit Kleister bestrichen. Am Einfachsten geht das, wenn man von der Mitte zu den Seitenkanten aufstreicht. So verteilt sich der Kleister gleichmäßig auf der Bahn und sie rollt sich dabei weder ein noch faltet sie sich. Ist der Kleister gut verteilt auf dem ganzen Streifen aufgetragen, muss man den Kleister erst einmal einweichen lassen. Der Tapetenstreifen muss den Kleister vollständig aufsaugen. Damit die Seite mit dem Kleister nicht austrocknet, muss der Tapetenstreifen übereinander geklappt werden. Auf der einen Seite klappt man 1/3 des Streifens übereinander, auf der anderen Seite 2/3 des Streifens. Ungefähr, nicht haargenau. Und keine Sorge, die Tapete kann man dann wieder auseinander ziehen. Damit die Kanten des Streifens nicht austrocknen, sollte man relativ exakt die Teile übereinander legen. Dann kann man den Streifen rollen und den Kleister wirken lassen. Das kann fünf bis zehn Minuten dauern. Das steht auf der Packung der Tapete normalerweise drauf, weil die Einweichzeit von der Dicke der Tapete abhängt. Während der erste Streifen einweicht, können die weiteren benötigten der ersten Wand vorbereitet werden. Dann hat man alle schon vor sich liegen.
 | Schritt 4: Tapetenstreifen an die Wand kleben
Jetzt wird das Kleben vorbereitet. 50 cm von der Startecke wird ein senkrechter Streifen mit einem Bleistift eingezeichnet. Dieser sollte schön im Lot der Wasserwaage gezogen werden. Jetzt nimmt man den ersten Streifen, rollt ihn wieder auseinander und setzt ihn etwas überstehend an der Decke und der eingezeichneten Kante an. Der obere Überstand ist dazu da, dass man eine saubere Kante hat und Unebenheiten oder schiefe Decken ausgleichen kann. Da der Streifen 53 cm breit ist und man 50 cm eingezeichnet hat, sollte er auch an der Kante links (oder rechts, je nach Anfang) ein wenig überstehen. |
| Jetzt nimmt man die Tapezierbürste und streicht den Streifen glatt. Auch hier sollte wieder von der Mitte zu den Kanten und am Besten von oben nach unten gearbeitet werden. Es sollten keine Luftblasen zurückbleiben. Diese müssen herausgebürstet werden. Unter Umständen muss man dazu den Streifen noch mal ein Stück abziehen und neu auftragen. Wenn die Tapete glatt aufliegt, drückt man mit dem Spachtel die Tapete in die Ecken und schneidet genau an der Kante mit dem Teppichmesser den überstehenden Rest ab. So. Wenn alles richtig gemacht und sorgfältig gearbeitet wurde, müsste nun ein schöner Streifen Tapete an der Wand kleben. Mit den anderen Streifen verfährt man ähnlich, nur muss man keinen 50 cm Abstand einzeichnen, da die Streifen der Tapete nicht übereinander sondern genau aneinander geklebt werden sollten. |
Schritt 5: Detailarbeiten
Über Steckdosen tapeziert man einfach drüber und dann, wenn die Tapete trocken ist, werden diese wieder ausgeschnitten (also merken, wo diese sind!). Türen und Fenster behandelt man, wie die Zimmerecken. Immer ein klein wenig Tapete überstehen lassen und dann mit Spachtel eindrücken und Teppichmesser abschneiden. Selbstverständlich kann man bei Bedarf Tapetenstreifen auch individuell zuschneiden und ankleben. Man sollte nur immer daran denken, dass es einfacher ist und besser aussieht, wenn man Überhang abschneidet, als mit kleinen Stücken auszubessern.
Das müsste reichen. Zuletzt noch ein gut gemeinter Rat: Zeit sollte man sich lassen. Nicht zu schnell arbeiten, sondern ruhig und exakt mit Geduld. Musik anmachen und sich nicht stressen oder hetzen lassen. Es lohnt sich. Schließlich wohnt man in diesem Zimmer später einmal. Solange man kein Handwerker ist – aber die brauchen diese Anleitung eh nicht.
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| | Informationen | | | | | | | Ersteller: emsche
Erstelldatum: 06.04.2008 | |  | | | | Bewertung:
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| | Kurzanleitung | | | | Schritt 1: Material beschaffen, Wand reinigen, Boden abdecken | | | | Schritt 2: Kleister anrühren | | | | Schritt 3: Tapetenstreifen zuschneiden, mit Kleister bestreichen und falten | | | | Schritt 4: Mit 50 cm Abstand anlegen, Überhang abschneiden und glatt streichen | | | | Schritt 5: Detailarbeiten ausführen und anpassen | |
| | Benötigte Werkzeuge | | | | Breiter Pinsel | | | | Tapezierbürste | | | | Teppichmesser | | | | Metermaß | | | | Wasserwaage | | | | Eimer | | | | Bohrmaschine mit Misch- / Rühraufsatz | |
| | Benötigtes Material | | | | Tapete | | | | Tapetenkleister | | | | Abdeckplanen (Nach Bedarf) | |
| | Schlagwörter | | | | Tapezieren, Raufaser, Heimwerken, Tapete | |
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