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Wie geht man als Inquisitor vor?Allgemeines
In der heutigen Zeit kann man regelrecht dabei zusehen wie christliche Werte und Ideale verfallen und wie vor allem der Glaube an die Kirche verfällt. Wohin soll das noch führen? Langfristig gesehen führt das doch geradewegs in die Hölle, wenn auch nicht mehr in die Vorhölle, die mittlerweile ja abgeschafft wurde vom Papst, aber in welche Art Hölle spielt eigentlich keine Rolle, da in jeder Hölle die Seelen der Menschen Qualen erleiden werden.
Wenn auch sie sich damit nicht abfinden wollen und der heutigen Gesellschaft wieder christliche Ideale und Werte zurückgeben möchte, so sollten sie einen Beruf als Großinquisitor in Betracht ziehen. Berufsvoraussetzungen: Sie müssen Christ sein, dürfen keine roten Haare haben und brauchen ein gewisses Maß an Intoleranz. Sie fühlen sich angesprochen? Dann bewerben sie sich noch heute. Folgendermaßen sieht ihr Arbeitsfeld aus: |
Schritte / Maßnahmen
| 1. | | Studieren sie Theologie.
Sie werden später die Bibel auslegen und das Recht auf die einzig gültige Interpretation des Glaubens erheben. Die Inquisition ist da, um die Ketzer und Häretiker, die meinen, die Bibel anders auslegen zu dürfen als es Gott gewollt hat. Wie es Gott wirklich wollte, weiß die katholische Kirche, denn wir studieren die Bibel schon von Anfang an. Deshalb müssen sie katholische Theologie studieren. |
| 2. | | Lassen sie sich zum Priester weihen.
Um später predigen zu dürfen und um den gehobenen Dienst bei der Kirche anzutreten, müssen sie sich vorher zum Priester weihen lassen. Um ein Inquisitor zu werden sollten sie mindestens eine Bischofskarriere in Betracht ziehen. Um ein Großinquisitor zu werden müssen sie allerdings ihre Ausbildung im Vatikan abschließen, denn Großinquisitoren werden in der Regel nur vom Papst ernannt und als päpstliche Legaten gesendet. Ich möchte natürlich keine Vetternwirtschaft unterstellen, aber wie man hört, stehen die Chancen für Deutsche auf Posten von Großinquisitoren augenblicklich günstig. |
| 3. | | Suchen sie Ketzer.
Wenn sie ihren Auftrag (als Inquisitor oder Großinquisitor) erhalten haben sollten, müssen sich auf den Weg machen und Häretiker und Ketzer finden. Machen sie sich keine unnötige Mühe, in der heutigen Zeit finden sie an jeder Straßenecke Ketzer mit Bauchläden voller Ketzereien. Jede Buchhandlung ist faktisch eine Verkaufsstube der Ketzerei. Suchen sie sich also ein kleines Dorf aus und schreiben sie öffentlich eine Anhörung aus. |
| 4. | | Notieren sie die Aussagen.
Nun sollten die Bürger zu ihnen kommen und über ihre Nachbarn auszusagen. Diese Aussagen halten sie fest, vorzugsweise notariell, damit später sich niemand darüber beschweren kann. Es muss doch alles mit rechten Dingen zu gehen. Man mag über die Inquisition sagen, was man will, aber nicht, dass sie sich zu Unrecht Urteile gefällt hätte. Sobald sie genügend Aussagen über die Dorfbewohner haben sollten, können sie mit der Vernehmung der Angeklagten anfangen.
Übrigens sollten sie die Denunzierer mit Generalablässen oder mit Freibriefen versorgen. Auf diese Weise werden sie wesentlich mehr und ehrlichere Aussagen erhalten als ohne Belohnung. |
| 5. | | Vernehmen sie die Angeklagten.
Die Vernehmung ist eine etwas heikle Angelegenheit. Sehen sie, Ketzer neigen dazu, etwas verbohrt zu sein. Dieser Verbohrtheit kann man begegnen, indem man die Bohrlöcher füllt. Wahlweise mit Eisenstangen oder mit glühenden Stäben. Außerdem gelten viele Ketzer als recht kleinlich in theologischen Dingen. In solchen Fällen hat schon oft eine Streckbank wahre Wunder bewirkt. Sie glauben gar nicht, was die Menschen bereit sind offen und ehrlich zuzugeben, wenn man ihnen die Daumen drückt.
Und lassen sie sich bitte von den Gerüchten um die Eiserne Jungfrau nicht abschrecken. Selbstverständlich sind die heutigen Jungfrauen aus rostfreiem Edelstahl und werden nach jeder Anwendung gewissenhaft hygienisch gereinigt, damit sich keine Keime oder Viren übertragen. Es ist ausgeschlossen, dass ihre Kunden an Folgeschäden sterben.
Sehen sie, die Vernehmungsmethoden sind von psychologischen und biologischen Gutachten als höchst effiziente Lügendetektoren eingestuft worden. Die mittäglichen Talkshows können von solchen Gerätschaften, wie sie die Inquisition schon vor fast 1500 Jahren hat patentieren lassen, nur träumen. Aber es bleibt ihnen immer noch eine menge Spielraum für ihre eigene Fantasie. Bitte klären sie ihre Ideen jedoch vorsichtshalber mit dem Vatikan ab, nicht dass ihre Überredungskünste letztlich den religiösen Bestimmungen nicht vollständig entsprechen und am Ende sie selber auf der Kreuzverhörbank landen. |
| 6. | | Werten sie die Geständnisse aus.
Sie werden am Ende überrascht sein, wie viele Geständnisse die Inquisition zu Tage bringen wird. Die Erfolgsquote in diesem Beruf ist relativ hoch und erfreulich. Erfolgserlebnisse braucht jeder Mensch für sein Seelenheil. Von der Aufklärungsrate der Agentur für Inquisition und religiöse Aufklärung können die Kriminalpolizei und die CIA mit ihren lächerlichen Verhörmethoden nur träumen.
Die zu so zu Tage gebrachten Geständnisse werten sie letztlich in Form eines Freudenfeuers aus. Natürlich mehr zur Freude der Umstehenden als zur Freude des geständigen. Die reinigende Kraft des Feuers ist und bleibt schon seit Jahrhunderten unbestritten und bringt noch jeden Abtrünnigen zurück auf den lodernden Boden der Tatsachen. Wir sagen immer gerne: „Mit der Inquisition lernt man mit beiden Beinen auf dem Scheiterhaufen zu stehen.“
Früher einmal wurden unsere Kunden auf Wunsch der Denunzianten gerne auch mal an einer Stadtmauer zur Schau gestellt. Und das mehrere Wochen lang. Aber das wird heute aus Datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr so gerne gesehen. Auch die Urteilsausführung durch Underwaterboarding ist heute nicht mehr möglich, weil dies die Qualität des Trinkwassers deutlich vermindern kann. |
| 7. | | Verbreiten sie Schrecken
Lassen sie sich nun davon nicht allzu sehr abschrecken. Bei der gängigen Vorstellung von Harmonie heutzutage, vergisst man schnell, dass Schrecken ein wichtiger wirtschaftlicher Motor sein kann. Irgendeiner muss ja Schrecken verbreitet. Und an wen soll es hängen bleiben, wenn nicht an der Allmacht der Inquisition? Inquisition ist eben eine idealistische Aufgabe, ein zweischneidiges Schwert. Mit Kritik muss man umgehen müssen. Doch dafür ist der Job ja auch besser bezahlt als manch anderer! Ein Inquisitor muss für sein Honorar doch was tun. |
| 8. | | Sorgen sie für Personenschutz.
Wir mahnen immer noch gerne an, dass Inquisitoren für den Schutz ihrer eigenen Person selbst verantwortlich sind. Vergessen sie bitte nicht unseren ersten deutschen Großinquisitor Konrad von Marburg, der am 30. Juli 1233 heimtückisch erschlagen wurde. Damit sich ein solches Attentat auf Inquisitoren nicht wieder ereignet, sollten sie sich dringlichst um einen entsprechenden Personenschutz kümmern. |
Tipps und Hinweise
| | Leben sie streng orthodox und bewahren sie sich ihre Authentizität. Als Inquisitor brauchen sie die Rückendeckung aus dem Vatikan. Vor allem, wenn es in ihrem Interesse liegen sollte, Großinquisitor zu werden. |
| | Sollten sie neue Verhörmethoden entwickeln, vergessen sie nicht, sie beim Patentamt patentieren zu lassen. Mit ausgeklügelten Methoden lässt sich gutes Geld verdienen. Vielleicht können sie auch ein Verhörmethodenforschungszentrum in gemeinsamer Arbeit mit dem Fraunhofer Institut entwickeln.
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| | Informationen | | | | | | | Ersteller: polt
Erstelldatum: 27.08.2008 | |  | | | | Bewertung: keine Bewertung | | |
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| | Benötigte und verwendete Dinge | | | | Eisern Jungfrau | | | | Daumenschraube | | | | Streckbank | | | | Spanisches Pferd | | | | Glühendes Eisen | | | | Wasser, viel Wasser | | | | Scheiterhaufen | | | | Feuer, viel Feuer | |
| | Schlagwörter | | | | Inquisition, Folter, Ketzer, Religion, Berufswahl, Priester | |
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